Hund für Allergiker: Welche Rassen sind geeignet? Ein tierärztlicher Ratgeber

 

 


 

Der Wunsch nach einem Hund ist für viele Menschen tief verwurzelt – doch eine Allergie stellt zukünftige Hundehalter vor eine ernste Frage: Kann ich überhaupt mit einem Hund zusammenleben? Die gute Nachricht: Ja, oft ist es möglich. Aber nur dann, wenn man sich gut vorbereitet, realistisch bleibt und verantwortungsvoll vorgeht. Als Tierärzt:innen liegt uns dabei nicht nur eure Gesundheit am Herzen – sondern genauso das Wohl des Tieres.

 


 

🧬 Was steckt wirklich hinter einer Hundehaarallergie?

 

Viele Menschen glauben, sie reagieren auf das Fell des Hundes. Tatsächlich ist das Hundehaar selbst nicht das Problem. Die eigentlichen Auslöser sind Allergene, die im Körper des Hundes produziert werden – genauer gesagt in:

 

  • Hautschuppen
  • Speichel
  • Hautfetten (Talg)

 

Diese Allergene haften am Fell und gelangen so in die Umgebung – in die Luft, auf Möbel, Kleidung und Böden.

 

Typische Symptome einer Hundeallergie sind:

 

  • Niesen und laufende Nase
  • Juckende oder tränende Augen
  • Hautreaktionen wie Rötungen oder Quaddeln
  • Im schlimmeren Fall: Atembeschwerden oder asthmatische Reaktionen

 

Wer diese Symptome kennt, sollte vor der Anschaffung eines Hundes unbedingt einen Allergologen aufsuchen und einen Allergietest machen lassen.

 


 

🐶 Gibt es wirklich allergenfreie Hunde?

 

Kurze Antwort: Nein. Kein Hund ist vollständig allergenfrei – das ist ein weit verbreiteter Mythos, der leider immer noch kursiert.

 

Was es jedoch gibt, sind sogenannte allergiefreundliche Hunde: Rassen, die weniger haaren, weniger Schuppen produzieren und deren Allergene von manchen Menschen besser vertragen werden.

 

Wichtig: „Allergiefreundlich" bedeutet nicht, dass jeder Allergiker diese Hunde problemlos verträgt. Die individuelle Reaktion ist von Mensch zu Mensch verschieden.

 


 

🐩 Der Pudel – der Klassiker unter den Allergiker-Hunden

 

 

Wenn es um Hunde für Allergiker geht, fällt fast immer zuerst der Name: Pudel. Und das hat gute Gründe.

 

Warum der Pudel so gut geeignet ist:

 

  • Er hat kaum Fellwechsel – verliert also kaum Haare in der Wohnung
  • Sein lockiges Fell bindet Allergene, anstatt sie zu verteilen
  • Er ist in verschiedenen Größen erhältlich: Toy-, Zwerg-, Mittel- und Großpudel

 

Was viele unterschätzen – der Pflegeaufwand:

 

Als Tierärzt:innen müssen wir ehrlich sein: Der Pudel ist kein pflegeleichter Hund. Sein Fell wächst kontinuierlich und muss regelmäßig gepflegt werden:

 

  • Mehrmals pro Woche bürsten, um Verfilzungen zu verhindern
  • Alle 6–10 Wochen zum professionellen Groomer (Kosten einkalkulieren!)
  • Verfilzungen können zu Hautproblemen und Schmerzen führen

 

Allergiefreundlich bedeutet also nicht automatisch „wenig Aufwand". Wer das bedenkt und trotzdem bereit ist, Zeit und Geld zu investieren, findet im Pudel einen wunderbaren Begleiter.

 


 

⚠️ Vorsicht bei Pudel-Mischlingen – der Labradoodle-Irrtum

 

Labradoodle, Goldendoodle, Cockapoo – sogenannte Designerhunde werden oft gezielt als „hypoallergen" oder „allergiefreundlich" vermarktet. Hier ist Vorsicht geboten.

 

Warum Mischlinge keine sichere Wahl sind:

 

  • Mischlinge können die Fell-Eigenschaften beider Elterntiere erben – in unvorhersehbarer Kombination
  • Manche Labradoodles haaren genauso stark wie ein Labrador
  • Die Allergikerfreundlichkeit ist genetisch nicht zuverlässig vorhersagbar

 

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte auf etablierte Rassen mit bekannten Fell-Eigenschaften setzen – und trotzdem jeden Hund individuell testen.

 


 

🐕 Welche Hunderassen sind für Allergiker geeignet?

 

Hier eine Übersicht bewährter Rassen – unterteilt nach Größe:

 

 

 

Kleine Hunde für Allergiker

 

Rasse

Besonderheit

Zwergpudel

Kaum Haarausfall, sehr intelligent

Malteser

Seidiges, nicht schuppendes Fell

Yorkshire Terrier

Haar ähnelt Menschenhaar, kaum Fellwechsel

 

 

 

Mittelgroße Hunde für Allergiker

 

Rasse

Besonderheit

Perro de Agua Español

Robuste, ursprüngliche Rasse mit lockigem Fell

Lagotto Romagnolo

Lockiges, kaum haarendes Fell; bekannt als Trüffelhund

Soft Coated Wheaten Terrier

Weiches, seidiges Fell mit wenig Schuppen

 

 

 

Große Hunderassen für Allergiker

 

Rasse

Besonderheit

Großpudel (Königspudel)

Alle Pudel-Vorteile in groß

Riesenschnauzer

Hartes, wenig haarendes Drahthaar

 

Tierärztlicher Tipp: Besonders der Perro de Agua Español ist eine wunderbare Rasse, die im Vergleich zum Pudel noch etwas robuster und ursprünglicher ist – ideal für aktive Familien.

 

 


 

Was wirklich zählt: Der individuelle Test

 

Die beste Rasseliste der Welt ersetzt nicht den persönlichen Kontakt. Bevor ein Hund einzieht, empfehlen wir dringend:

 

  1. Mehrfach beim Züchter oder in der Pflegestelle vorbeischauen – nicht nur einmal, nicht nur kurz
  2. Intensiven Kontakt in Innenräumen testen – draußen verteilen sich Allergene schneller, das verfälscht das Ergebnis
  3. Reaktion über mehrere Stunden beobachten – manche Reaktionen setzen verzögert ein
  4. Mit dem Allergologen besprechen, ob eine begleitende Therapie (z. B. Hyposensibilisierung) sinnvoll ist

 


 

❤️ Verantwortung gegenüber dem Tier – unser wichtigstes Anliegen

 

Hier möchten wir als Tierärzte besonders deutlich sein:

 

Ein Hund ist kein Testobjekt. Hunde, die nach kurzer Zeit wieder abgegeben werden müssen – weil die Allergie doch zu stark ist – leiden enorm darunter. Die Trennung von der Bezugsperson ist für Hunde eine tiefe emotionale Belastung und kann zu langfristigen Verhaltensproblemen führen.

 

Deshalb gilt:

 

  • Allergie vorher gründlich und ehrlich testen – auch unter realistischen Bedingungen (Wohnung, nicht nur Garten)
  • Keine spontanen Entscheidungen, auch wenn der Welpe noch so süß ist
  • Langfristig denken: Ein Hund begleitet euch 10–15 Jahre

 

Nur wer diese Punkte ernst nimmt, handelt dem Tier gegenüber fair.

 


 

Fazit: Hund und Allergie – ja, aber mit Bedacht

 

Ein Leben mit Hund ist auch für Allergiker möglich – aber es braucht Vorbereitung, Ehrlichkeit und Verantwortungsbewusstsein.

 

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

 

  • ✔️ Es gibt keine allergenfreien Hunde – wohl aber allergiefreundliche Rassen
  • ✔️ Pudel und ähnliche Rassen sind oft gut verträglich, aber pflegeintensiv
  • ✔️ Pudel-Mischlinge bieten keine Garantie
  • ✔️ Der individuelle Test vor dem Kauf ist unverzichtbar
  • ✔️ Tierwohl hat immer Priorität – kein Hund sollte wegen einer ungeklärten Allergie abgegeben werden müssen

 

Habt ihr Fragen zur Rasseauswahl, zur Fellpflege oder zur Allergieabklärung? Sprecht uns in der Praxis an – wir helfen euch gerne dabei, die richtige Entscheidung zu treffen.

 

 

 

 


Was sind die besten Haustiere für Berufstätige?

 

 

 

Ein Haustier trotz Vollzeitjob – geht das überhaupt? Ja, aber nicht jedes Tier passt zu jedem Lebensstil. Entscheidend sind Zeitbudget, Platz, finanzielle Mittel und persönliche Vorlieben. In diesem Beitrag schauen wir differenziert darauf, welche Haustiere sich für Berufstätige eignen können – und wo die Herausforderungen liegen.

 


 

🐱 Katzen – Unabhängig, aber nicht anspruchslos

 

 

Katzen gelten oft als ideale Haustiere für Berufstätige. Tatsächlich sind sie meist selbstständiger als Hunde – trotzdem sind sie keine „Nebenbei-Tiere“.

 

Wichtige Punkte:

 

  • Viele Katzen haben ein starkes Bedürfnis nach Freigang.
  • Wohnungskatzen brauchen ausreichend Platz, Beschäftigung und tägliche Interaktion.
  • Auch sie benötigen tägliche Zuwendung, Spielzeit und Pflege.
  • Bei längerer Abwesenheit kann eine zweite Katze sinnvoll sein – sofern sie gut vergesellschaftet sind.

 

Eine Katze kann mehrere Stunden allein bleiben, sollte aber nicht dauerhaft isoliert sein. Wer regelmäßig 9–10 Stunden außer Haus ist, muss besonders auf Auslastung, Beschäftigungsmöglichkeiten und ein artgerechtes Umfeld achten.

 

Fazit zu Katzen: Möglich für Berufstätige – aber nur mit guter Planung und ausreichend Zeit am Morgen und Abend.

 


 

🐹 Hamster – Ideal bei Tagesarbeit

 

 

Hamster sind für viele Berufstätige tatsächlich eine sehr passende Option – vor allem, wenn tagsüber gearbeitet wird.

 

Warum?

 

  • Hamster sind nachtaktiv bzw. dämmerungsaktiv.
  • Ihre aktive Phase beginnt meist abends – genau dann, wenn viele Berufstätige zu Hause sind.
  • Sie benötigen keine dauerhafte Ansprache oder Beschäftigung tagsüber.

 

Wichtig ist jedoch:

 

  • Ein sehr großes Gehege mit viel Einstreu zum Buddeln (deutlich größer als handelsübliche Käfige).
  • Tägliche Futterkontrolle und regelmäßige Reinigung.
  • Respekt vor ihrem Schlafrhythmus (nicht tagsüber wecken).

 

Hamster sind Einzelgänger und daher gut geeignet für Menschen, die ein ruhigeres Haustier suchen, das nicht permanent Aufmerksamkeit fordert.

 


 

🐠 Fische – Ruhige Mitbewohner mit technischem Anspruch

 

 

Ein Aquarium ist für Berufstätige oft eine gute Lösung, da Fische keine direkte Interaktion wie Säugetiere brauchen. Allerdings sind sie keineswegs „pflegefrei“.

 

Anforderungen an ein Aquarium:

 

  • Passende Aquariengröße je nach Fischart
  • Leistungsfähiger Filter
  • Heizung (bei tropischen Arten)
  • Regelmäßige Kontrolle von Wasserwerten (pH-Wert, Nitrit, Nitrat)
  • Wöchentliche Teilwasserwechsel
  • Sachkenntnis zur artgerechten Vergesellschaftung

 

Besonders für Anfänger sind robuste Arten wie Guppys oder bestimmte Salmler geeignet. Wichtig ist eine gründliche Einarbeitung vor der Anschaffung.

 

Der tägliche Zeitaufwand ist gering, der Einrichtungs- und Lernaufwand zu Beginn jedoch höher.

 


 

🦎 Reptilien – Kein Alltagsaufwand, aber viel Fachwissen

 

 

Reptilien werden oft als „pflegeleicht“ bezeichnet – das ist jedoch irreführend.

 

Sie benötigen:

 

  • Speziell eingerichtete Terrarien
  • UV-Licht und exakte Temperaturzonen
  • Luftfeuchtigkeitskontrolle
  • Artgerechte Ernährung (teilweise Lebendfutter)
  • Fundiertes Fachwissen

 

Der tägliche direkte Zeitaufwand ist meist überschaubar. Die Haltung ist jedoch technisch anspruchsvoll und fehleranfällig.

 

Für Berufstätige mit großem Interesse an Terraristik und Bereitschaft zur intensiven Einarbeitung können Reptilien geeignet sein – für Einsteiger ohne Fachwissen eher nicht.

 


 

🐶 Hunde – Zeitintensiv, aber machbar mit dem richtigen Rahmen

 

 

Ein Hund bedeutet viel Arbeit – unabhängig von Rasse oder Alter. Er braucht:

 

  • Mehrere Spaziergänge täglich
  • Training und Erziehung
  • Soziale Interaktion
  • Mentale Auslastung

 

Für Berufstätige ist entscheidend:

 

  • Darf der Hund mit ins Büro? (Unbedingt mit dem Arbeitgeber klären.)
  • Kann man in der Mittagspause nach Hause?
  • Wie lange ist der Hund maximal allein?
  • Gibt es Unterstützung durch Familie, Freunde oder Hundesitter?
  • Ist Teilzeit oder Homeoffice möglich?

 

Halbtagsarbeit oder regelmäßiges Homeoffice lassen sich sehr gut mit Hundehaltung kombinieren. Bei klassischen 8–10-Stunden-Tagen außer Haus wird es hingegen schwierig.

 

Wichtig: Ein Hund sollte nie angeschafft werden, nur weil er „irgendwie machbar“ ist. Er braucht echte Zeit – jeden Tag.

 


 

Wichtige Faktoren bei der Wahl eines Haustiers

 

Bevor du dich entscheidest, solltest du ehrlich prüfen:

 

Zeit

 

  • Wie viele Stunden bin ich täglich weg?
  • Habe ich abends noch Energie für Beschäftigung und Pflege?

 

🏠 Platz

 

  • Reicht meine Wohnung für eine artgerechte Haltung?
  • Gibt es Rückzugsorte für das Tier?

 

💰 Kosten

 

  • Anschaffungskosten (Gehege, Aquarium, Terrarium etc.)
  • Futter
  • Tierarztkosten
  • Rücklagen für Notfälle
  • Eventuelle Betreuungskosten (z. B. Hundesitter)

 

Gerade Tierarztkosten werden häufig unterschätzt und können – je nach Tierart – erheblich sein.

 


 

Fazit: Es gibt kein „perfektes“ Haustier für Berufstätige

 

Die beste Wahl hängt stark davon ab:

 

  • Wie viel Zeit kannst – und willst – du investieren?
  • Welche Tierart passt wirklich zu dir?
  • Bist du bereit, Verantwortung über viele Jahre zu übernehmen?

 

Wenn dein Herz für einen Hund schlägt, aber dein Alltag aktuell keine Zeit dafür lässt, ist es keine gute Lösung, stattdessen „einfach Fische zu nehmen“, nur weil sie praktischer wirken.

 

Umgekehrt kann ein vermeintlich pflegeleichtes Tier ebenfalls leiden, wenn Haltungsbedingungen nicht stimmen.

 

Am Ende zählt nicht nur dein Terminkalender – sondern eine ehrliche Abwägung zwischen Lebensrealität, Ressourcen und echter Tierliebe.

 

 

 

 

 

 

Senior-Check für Hunde

Wenn Ihr Hund langsam das Senioren-Alter erreicht - bei kleineren und mittelgroßen Rassen sind das 6 bis 7 Jahre, bei großen Rassen bereits 5 Jahre - ist es an der Zeit, die jährliche Gesundheitsuntersuchung etwas auszuweiten. Denn ab diesem Alter beginnen erste altersbedingte Veränderungen, die man regelmäßig beobachten sollte. So können altersbedingte Probleme verhindert oder hinauszögert werden und Sie schaffen die besten Voraussetzungen für ein langes, gesundes und aktives Leben Ihres Hundes.
 
Wie läuft ein Senioren-Check ab?
 
Die Untersuchung beginnt mit einem Gespräch über den allgemeinen Zustand des Hundes. Ist er bewegungsfreudig? Wie ist sein Appetit? Sind Trink- und Urinverhalten normal? Wie ist seine Stimmung? Gab es in letzter Zeit irgendwelche Veränderungen?
Im Anschluss wird eine gründliche, klinische Untersuchung durchgeführt, und der Tierarzt achtet besonders auf Erkrankungen, die bekanntermaßen mit dem Alter einhergehen:
 
Der Brustkorb wird abgehört, um festzustellen, ob das Herz ohne Herzgeräusche oder Rhythmusstörungen regelmäßig schlägt und die Atemgeräusche unauffällig sind.
 
Mit einem Otoskop schaut der Tierarzt in die Ohren des Hundes, um festzustellen, ob es Anzeichen für eine Ohrenentzündung gibt. Bei manchen alten Hunden kann es zu einem Hörverlust kommen - leider kann man dem nicht abhelfen, aber in der Regel kommen die Hunde damit sehr gut zurecht.
 
Dann werden die Augen untersucht. Bei älteren Hunden können sich auf den Linsen der Augen graue Stellen entwickeln. Dabei handelt es sich um eine altersbedingte Linsentrübung, die das Sehvermögen des Hundes nur selten beeinträchtigt. Die Augen sollten nicht trocken und gereizt erscheinen, und es sollten keine kleinen Beulen an den Rändern der Augenlider zu sehen sein.
 
Der Tierarzt wird fragen, ob es Anzeichen von Juckreiz gibt, und die Haut auf Rötungen, Ekzeme und Pickel untersuchen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass mit zunehmendem Alter kleine Beulen oder Warzen auf der Haut entstehen. Sie haben selten eine Bedeutung und werden nur dann entfernt, wenn sie sich an Stellen befinden, an denen sie den Hund stören. Allerdings gibt es auch Hautveränderungen, die eine weitere Untersuchung erfordern, da sie unter Umständen bösartig sein können. Dafür entnimmt der Tierarzt einige Zellen mit einer feinen Nadel (die meisten Tiere tolerieren dies sehr gut) und betrachtet diese unter dem Mikroskop.
Außerdem werden Haut und Fell auf Anzeichen auf einen Parasitenbefall untersucht.
Sollten die Krallen zu lang geworden sein, weil sie sich durch einen reduzierten Bewegungsumfang weniger abnutzen, werden sie gekürzt. Bei Bedarf werden auch die Analdrüsen werden untersucht und bei Bedarf entleert.
 
Da bei weitem nicht alle Hundehalter regelmäßig in das Maul ihres Hundes schauen, kontrolliert der Tierarzt auch die Gesundheit der Zähne sehr gründlich. Kleine Rassen leiden am häufigsten unter Zahnproblemen wie Zahnstein und Zahnfleischentzündungen. Dadurch entsteht ein unangenehmer Maulgeruch und die betroffenen Zähne bereiten dem Hund Schmerzen, werden locker und fallen letztlich aus. Eine rechtzeitige Behandlung ist daher sehr wichtig. Wenn eine Zahnreinigung oder eine andere zahnärztliche Behandlung erforderlich ist, wird dafür in der Regel ein neuer Termin vereinbart, da die Behandlung unter Vollnarkose durchgeführt werden muss.
 
Bei jeder Seniorenuntersuchung wird der Hund außerdem gewogen, das Gewicht wird notiert und mit dem vorherigen Gewicht verglichen.
Mit zunehmendem Alter nimmt die Muskelmasse ab und der Stoffwechsel verändert sich. Dies bedeutet, dass weniger Kalorien benötigt werden. Wenn der Hund so gefüttert wird wie in jüngeren Jahren, kann er schnell übergewichtig werden, mit allen bekannten Folgen, nicht zuletzt einer kürzeren Lebenserwartung.
Da eine Gewichtsreduktion weder für den Hund noch für den Tierhalter einfach ist, tun Sie sich und dem Hund einen großen Gefallen, wenn Sie Übergewicht von vornherein verhindern. Es wird empfohlen, auf ein gutes Seniorenfutter umzusteigen, das speziell für ältere Hunde entwickelt wurde. Diese Futtermittel sind an die Bedürfnisse eines älteren Hundes angepasst und haben einen reduzierten Kaloriengehalt.
Wiegen Sie Ihren Hund regelmäßig und notieren sein Gewicht. Ihre Tierarztpraxis unterstützt Sie gerne dabei. Natürlich kann auch eine Gewichtsabnahme ein Anzeichen dafür sein, dass etwas nicht stimmt.
 
Bei Hunden mit einem Gewicht von 25-30 kg und mehr sind Gelenkprobleme und Arthrose die größten Herausforderungen des Alterns. Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen diesen Problemen und Fettleibigkeit. Das Einhalten des Normalgewichts lohnt sich also auch, um Ihren Hund bis ins hohe Alter beweglich zu halten. Eventuell können auch bestimmte Nahrungsergänzungsmittel dazu beitragen, dass der Einsatz von Schmerzmittel lange hinausgezögert wird. Lassen Sie sich hierzu von Ihrem Tierarzt beraten.
Bei kleinen Rassen sind die Zeichen von Arthrose nicht so schnell sichtbar wir bei ihren größeren Kollegen, aber auch sie können betroffen sein. Häufig macht sich dies durch eine Verlangsamung bei allen Bewegungen bemerkbar. Auch hier kann eine Diät helfen, das Voranschreiten der Erkrankung zu verlangsamen.
 
Nachdem der Tierarzt alles untersucht hat, was man von außen sehen und tasten kann, wird er/sie möglicherweise einen Bluttest empfehlen – entweder, um ein vollständigeres Bild des allgemeinen Gesundheitszustands zu erhalten oder, um einem Verdacht nachzugehen, der sich im ersten Teil der Untersuchung ergeben hat. Je nachdem, was die klinische Untersuchung und der Bluttest ergeben, können weitere Bluttests, Röntgenaufnahmen, Urintests usw. erforderlich sein.
 
Besonderes Augenmerk gilt bei der Untersuchung von Hundesenioren der Nierenfunktion. Wenn ein Hund mehr trinkt und uriniert als normal, kann es sein, dass die Nieren nicht mehr so gut arbeiten wie früher. Dies kommt mit zunehmendem Alter häufiger vor. Eine frühzeitige Diagnose ist besonders wichtig, da die richtige Ernährung mit den richtigen Inhaltsstoffen dazu beitragen kann, dass der Hund länger lebt als ohne diese Ernährungsumstellung. Eine eingeschränkte Nierenfunktion kann nur durch eine Blutuntersuchung festgestellt werden.
Es gibt eine Reihe von weiteren Erkrankungen, die vor allem in der letzten Lebenshälfte eines Hundes auftreten. Dazu gehören Stoffwechselkrankheiten, wie das Cushing-Syndrom, und Stoffwechselstörungen, wie z.B. Diabetes. Sie werden auch durch Bluttests und verschiedene weiterführende Untersuchungen festgestellt.
 
Viele Erkrankungen, die bei älteren Tieren gehäuft auftreten, betreffen die Geschlechtsorgane.
Nicht sterilisierte Hündinnen sind besonders anfällig für Hormonstörungen und daraus resultierende Gebärmutterentzündungen. Außerdem ist das Risiko für Brustdrüsentumore erhöht.
Bei älteren, unkastrierten Rüden kann es zu Problemen mit der Prostata kommen.
 
Ähnlich wie bei uns Menschen kann es bei älteren Hunden auch zu einem Auftreten von Demenz kommen. Dies kann sich in allgemeiner Verwirrung, Unsauberkeit, Bellen, verändertem Verhalten, der Tendenz, die Nacht zum Tag zu machen, usw. äußern. Hierfür gibt es mittlerweile tolle Präparate und Nahrungsergänzungsmittel, die den Hund zwar nicht mehr jung machen, aber den Alltag von Tier und Mensch erheblich erleichtern können!!!
 
Zum Schluss der Untersuchung blickt der Tierarzt noch in den Impfausweis und kontrolliert den Impfschutz.
Bei Hunden, die ins Ausland reisen oder in einer Hundepension untergebracht werden sollen, können spezielle Impfungen empfehlenswert sein. Hierzu berät Sie Ihr Tierarzt.
 
Der Seniorencheck sollte je nach Alter und Rasse mindestens einmal jährlich durchgeführt werden.

Kastration eines Katers

Was ist eine Kastration?
Bei der Kater-Kastration werden die Hoden des Tieres chirurgisch entfernt. Für die Operation wird dem Kater eine kurzwirkende Narkose gegeben. Nach der Entfernung kann der Kater keine Nachkommen mehr produzieren. Ein Kater wird im Alter von 7-9 Monaten geschlechtsreif. Eine Kastration sollte vor Eintritt der Geschlechtsreife, im Alter von 5-7 Monaten, durchgeführt werden.
 
Warum ist es ratsam, Ihren Kater kastrieren zu lassen?
Die Gründe für eine Kastration sind sehr vielseitig:
 
- Das Hormongesteuerte Verhalten wird weniger
Darunter zählt das Streunen, Harnmarkieren oder Aggressivität gegenüber anderen Katern.
Das Harnmarkieren erfolgt auch in ihren 4 Wänden. Der Urin eines Katers hat einen sehr unangenehmen Geruch.
Ein unkastrierter Kater streift sehr weit umher, um paarungsbereite Kätzinnen zu finden. Dadurch ist der Kater einem höheren Risiko ausgesetzt, im Straßenverkehr überfahren zu werden oder sich mit anderen Katzen, die ihr Revier schützen wollen, zu kämpfen. Aus diesen Gründen ist die Lebenserwartung bei einem kastrierten Kater höher als bei einem unkastrierten.
 
- Gruppenhaltung
Vor allem in gemischten Gruppen ist eine Kastration sinnvoll, um das Vermehren zu verhindern.
 
- Freigänger
Ein Kater mit Zugang zum Freien, sollte in jedem Fall kastriert werden. Hierfür gibt es mehrere Gründe. Die Verminderte Aggression gegenüber anderen Katern verringert das Risiko sich in einem Kampf zu verletzen. Dadurch wird gleichzeitig das Risiko minimiert, an tödlichen Krankheiten wie Katzen-AIDS und Katzen-Leukämie, die durch Bisse und sexuellen Kontakt übertragen werden können, zu erkranken.
 
- Medizinische Gründe
Einige Krankheiten z.B. Hodenkrebs, Katzenkrankheiten (s.o.) können dadurch verhindert werden.
 
Gibt es Nebenwirkungen bei der Kastration meiner Katze?
 
Jede Vollnarkose birgt ein paar Risiken. Von einem jungen, gesunden Kater wird dies jedoch sehr gut verkraftet. In gut geführten Tierarztpraxen wird der Kater während der Operation weder Schmerzen noch nennenswerte Unannehmlichkeiten haben. Es werden die besten Narkosemittel und Schmerzmittel verwendet, und die Patienten werden vor, während und nach der Operation sorgfältig überwacht.
 
Nach der Entlassung kann es sein, dass Ihre Katze in den ersten 24 Stunden ein wenig müde ist. Die Patienten werden ausreichend mit Schmerzmittel versorgt.
 
Es müssen keine Nähte entfernt werden und in der Regel benötigt der Kater keine Schutzmaßnahmen.
In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass ein Kater an der Wunde leckt. In diesem Fall ist es ratsam dem Kater einen Halskragen aufzusetzen, damit die Wunde ungestört abheilen kann und sich nicht infiziert.
 
Kastrierte Kater neigen dazu schneller an Gewicht zuzunehmen als unkastrierte Kater. Dieses Problem kann durch eine angepasste Fütterung kontrolliert werden. Es wurde berechnet, dass die Kastration zu einer Reduzierung des Stoffwechsels auf 80 % des ursprünglichen Niveaus führt. Eine entsprechende Reduzierung der Energiemenge in der Ernährung ist daher notwendig, um Übergewicht zu vermeiden.
 
Einige kastrierte Kater neigen dazu, Blasengries zu bilden, der sich in der Harnröhre festsetzt und den Urinabfluss aus der Blase behindert oder ganz blockiert. Das liegt daran, dass diese Kater sich weniger bewegen und der Urin länger in der Blase verbleibt. Ein wenig aktiver Kater sollte zur regelmäßigen Bewegung animiert werden.
 
Zusammengefasst ist die Kastration eines Katers eine kleine Routineoperation, die zu einem entspannteren und längeren Leben führt. Ein kastrierter Kater ist ruhiger, irrt nicht umher und ist daher weniger anfällig für Verkehrsunfälle, Bisswunden und Krankheiten.
 
WICHTIG: im Kreis Borken besteht eine Kastrationspflicht für Freigänger

 


Reisen mit Haustier

 

Warum reisen heute mehr Tiere als in der Vergangenheit?

 

 

Früher wurden Haustiere fast ausschließlich über die Grenzen transportiert, wenn Familien für kurze oder längere Zeit ins Ausland zogen. Heutzutage werden Haustiere häufig als Teil der Familie gesehen und gerade Hunde begleiten ihre Besitzer öfter bei Reisen im In- und Ausland.

 

 

Für jedes Land gelten eigene Einreisebedingungen für Tiere. Diese Informationen sollten frühzeitig vor Reiseantritt eingeholt werden. In manchen Ländern gelten unterschiedliche Anforderungen für Begleithunde oder den dauerhaften Aufenthalt eines Hundes.

 

 

Bevor Sie den Hund auf eine Reise mitnehmen

 

 

Wenn Sie Ihren Hund mit in den Urlaub nehmen wollen, sollten Sie sich rechtzeitig mit Ihrem Tierarzt in Verbindung setzen. Der Tierarzt überprüft den Impfschutz des Hundes, die Vorschriften für das Reisen mit Tieren in dem Zielland und berät Sie zur passenden Parasitenprophylaxe. Eine gute und gründliche Vorbereitung erhöht die Chancen auf einen erholsamen Urlaub - auch für Ihren Hund.

 

Die wichtigsten Bestimmungen im Überblick

 

 

Reisen innerhalb der EU:

 

 

·         Für die Einreise benötigt Ihr Hund einen EU-Heimtierausweis. Dieser wird vom Tierarzt ausgestellt.

 

·         Ihr Hund muss mit einem elektronischen Mikrochip gekennzeichnet sein, und die Nummer muss auf dem EU-Heimtierausweis vermerkt sein.

 

·         Es muss eine gültige Tollwut-Impfung (spätestens 21 Tage vor der Abreise) vorliegen und im EU-Heimtierausweis vermerkt sein. Die Gültigkeit der Impfung richtet sich nach den Angaben des Herstellers.

 

 

Einige Länder, sowohl innerhalb als auch außerhalb der EU, verlangen außerdem, dass der Hund vor der Einreise entwurmt wurde. Das verwendete Medikament muss gegen den Fuchsbandwurm wirken, da dieser ein potenzielles Infektionsrisiko für den Menschen darstellt. Zu diesen Ländern gehören z.B. Norwegen, das Vereinigte Königreich, Irland, Malta und Finnland. Diese Behandlung muss frühestens 120 Stunden und spätestens 24 Stunden vor der Einreise in das betreffende Land erfolgen. Die Verabreichung der Tablette muss von einem Tierarzt vorgenommen und im Pass dokumentiert werden.

 

 

In Ländern außerhalb der EU gelten möglicherweise andere Anforderungen. Gesundheitszeugnisse usw. können verlangt werden.

 

 

Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Website des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Dort finden Sie außerdem evtl. benötigte Vordrucke.

 

 

 

Die Wahl des passenden Verkehrsmittels

 

 

Im Nachfolgenden haben wir Ihnen einige Gedanken zu den möglichen Verkehrsmitteln zusammengetragen, die Ihnen bei der Entscheidung helfen sollen.

 

 

Reisen mit dem Auto

 

 

Vorteile:

 

·         Eine Autofahrt ist relativ unkompliziert und spontan möglich.

 

·         Es besteht die Möglichkeit, unterwegs selbst gewählte Pausen einzulegen, in denen der Hund ausgeführt und mit Wasser versorgt werden kann.

 

·         Sie sind in der Nähe des Hundes und können ihn während der gesamten Fahrt beobachten.

 

 

 

Nachteile:

 

·         Vor allem größere Hunde haben wegen des vielen Gepäcks oft zu wenig Platz.

 

·         Ohne Klimaanlage kann es im Sommer sehr heiß im Innenraum des Autos werden. Dadurch kann für Ihren Hund die Gefahr eines Hitzeschlags bestehen, der lebensbedrohlich werden kann. Das Risiko einer zu starken Erwärmung besteht auch bei Staus oder dem Abstellen des Autos (auch im Schatten!). Ihr Hund sollte daher bei Temperaturen ab 20°C NIEMALS (auch bei bewölktem Himmel oder im Schatten) alleine im Auto zurückgelassen werden.

 

 

 

Mit dem Hund auf eine Zugreise

 

 

Hunde können in den meisten nationalen Zügen mitgenommen werden. Für bestimmte Abfahrten, wie z. B. Nachtzüge, können jedoch Sonderregelungen gelten.

 

Bei internationalen Reisen müssen Sie die Bestimmungen der jeweiligen Bahngesellschaften in den einzelnen Ländern beachten. Es ist daher notwendig, sich bei der Buchung von internationalen Tickets ausreichend darüber zu informieren. Für Blinden- und Diensthunde gelten meist gesonderte Vorschriften.

 

Vorteile:

 

·         Hunde, die in eine normale Handtasche passen, werden oft kostenlos befördert.

 

·         Der Besitzer kann seine volle Aufmerksamkeit auf das Tier richten und ihm jederzeit Wasser anbieten.

 

·         Das Klima im Zug ist oft gut und das Risiko eines Hitzeschlags ist gering.

 

 

 

Nachteile:

 

·         Auf langen Zugfahrten kann es schwierig sein, mit dem Hund zwischendurch spazieren zu gehen. Fragen Sie das Personal, ob es an bestimmten Stationen längere Pausen von etwa 5-10 Minuten gibt.

 

·         Größere Hunde zahlen in Deutschland den Kindertarif und benötigen oft ein Sitzplatzticket.

 

·         Die Bahngesellschaft kann verlangen, dass der Hund einen Maulkorb trägt.

 

 

 

Hunde auf Flügen

 

 

Bei Langstreckenreisen ist das Flugzeug oft das bevorzugte Verkehrsmittel.

 

Haustiere unter 8 kg einschließlich Tasche können in der Kabine befördert werden. Sie müssen während des Starts, des Rollens und der Landung unter dem Sitz vor dem Besitzer platziert werden. Die Anzahl der Tiere, die auf jedem Flug in der Kabine mitgenommen werden dürfen, ist begrenzt, so dass es ratsam ist, Ihr Ticket rechtzeitig zu buchen.

 

 

 

Größere Hunde werden in einem druckdichten Laderaum in einem Transportbehälter befördert, den Sie selbst bereitstellen müssen. Er muss bestimmte Anforderungen erfüllen. Diese Art des Transports kann für manche Hunde sehr stressig sein. Bei kurznasigen Hunden kann es dadurch möglicherweise zu Atemprobleme kommen.

 

Diensthunde reisen in der Regel bei den meisten Fluggesellschaften kostenlos. Für alle anderen Hunde können die Preise je nach Fluggesellschaft variieren. Es ist empfehlenswert, die Anforderungen der einzelnen Fluggesellschaften genau zu vergleichen.

 

 

 

Welches Krankheitsrisiko besteht für meinen Hund, wenn ich ihn auf eine Reise mitnehme?

 

 

Bei Reisen innerhalb Deutschlands ist das Krankheitsrisiko gering. Möchten Sie Ihren Hund mit ins Ausland nehmen, sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass es in anderen Ländern - insbesondere in den südlichen und östlichen - eine Reihe von Infektionserregern gibt, die bei uns in Nordeuropa nicht vorkommen und für die der Hund daher anfällig sein kann. Neben dem Fuchsbandwurm gibt es Krankheiten wie Babesiose, Leishmaniose und Anaplasmose. Einige dieser Krankheiten werden durch Zecken und Sandmücken übertragen, so dass es sinnvoll ist, Ihren Hund vor diesen Parasiten zu schützen.

 

Bei Reisen ins Ausland sollten Sie Ihren Tierarzt in jedem Fall in die Reiseplanung miteinbeziehen. Er berät Sie, wenn...

 

·         Sie sich unsicher bzgl. der Anforderungen im Zielland sind

 

·         Ihr Hund eine Tollwut-Impfung, einen Mikrochip und/oder einen Bluttest auf Tollwut-Antikörper benötigt

 

·         Sie für Ihren Hund ein Gesundheitszeugnis vor der Abreise vorlegen müssen

 

·         oder Sie eine Beratung über eine notwendige Parasitenprophylaxe benötigen

 



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